Statement Susanna Christiana Johanna van der Hijden

Susanna Christiana Johanna van der Hijden

Aktenzeichen 3 Cs  2010 Js 60860/18

Honourable Judge, ladies and gentlemen,

I would like to start with thanking the people that made it possible for me to stand here today. I was part of a group of seventeen people, who together cut and entered the fences of Nuclear airforce base Büchel. The courts decided to only prosecute ten of us. The people who did most of the cutting are not called to come to this court but are here in spirit.

I do not have much faith in the law. The law should protect its citizens but it keeps protecting the weapons, the violence against the poor and the fences surounding nuclear bases such as the ones at Büchel airforce base.

I want to give you reasons to acquit me but you probably cannot. You may be sympathetic to our reasons but unable to escape the law that says that fences are more important than human lives.

I could tell you about the International court of justice saying nuclear weapons are illegal because these weapons cannot distinguish between soldiers and civilians or between civilian and military targets. That nuclear weapons are illegal because they cause unnecessary suffering; the principle of proportionality. Or about theNon Proliferation Treaty, that says that countries are not allowed to share their nuclear weapons with other countries, something that is cleary happening here in Büchel.

I can name more laws and treaties, but in the end the fences are more important than human lives. You asking us to come here despite the fact that there is a pandemic going on is prove of that also.

I can talk about the damage done to people and the enviroment from mining Uranium, or the families I talked to in Kansas City in the USA, who lost loved ones to cancer, who worked making Nuclear weapons. Or  I could mention the amount of money that is spend on these weapons,(and the fences!) the new B61 bombs are more expensive than their weight in gold! that could be used for healthcare and education.

You will tell me you sympathize but that this is not the right way to go about it. That the fence is sacred and shall not be touched. There are other ways to get rid of the nukes. But what are they? We have tried everything as my friend Chris will explain. I wish I could do other things, but do not know what will make those in power listen. It seems time to make the changes we want ourselves. Cutting the fence is the first step.

I appealed because I want to speak up against nukes. Not because I am not guilty. I did what I was accused of and am proud of it and wish I dared or could do more. And I wish you all would do more.

I dont have much faith in the law but I have hope. And I do think its a good thing to have laws. So I came here, despite all the Corona madness, to have you judge my actions. If you really think the fences are more important than human lives you should punish me and I will go to prison without resistance. But I have hope that these small actions of ours will plant seeds for the future, that they will draw attention to these weapons of mass destruction and keep it on the agendas of politicians.

Susanna Christiana Johanna van der Hijden

Aktenzeichen 3 Cs  2010 Js 60860/18

Sehr geehrter Herr Richter, meine Damen und Herren,

Ich möchte damit beginnen, mich bei den Menschen zu bedanken, die es mir ermöglicht haben, heute hier zu stehen. Ich gehörte zu einer Gruppe von siebzehn Personen, die gemeinsam die Zäune des Nuklearflugplatzes Büchel durchschnitten und betreten haben. Die Gerichte entschieden, nur zehn von uns zu verfolgen. Die Personen, die den grössten Teil der Durchtrennung vorgenommen haben, sind nicht aufgerufen, vor dieses Gericht zu kommen, sondern sie sind im Geiste hier.

Ich habe nicht viel Vertrauen in das Gesetz. Das Gesetz soll seine Bürgerinnen und Bürger schützen, aber es schützt weiterhin die Waffen, die Gewalt gegen die Armen und die Zäune um die Nuklearstützpunkte, wie sie auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel stehen.

Ich möchte Ihnen Gründe nennen, mich freizusprechen, aber wahrscheinlich können Sie es nicht. Vielleicht haben Sie Verständnis für unsere Gründe, aber Sie können sich nicht dem Gesetz entziehen, das besagt, dass Zäune wichtiger sind als Menschenleben.

Ich könnte Ihnen über den Internationalen Gerichtshof berichten, der sagt, dass Atomwaffen illegal sind, weil diese Waffen nicht zwischen Soldaten und Zivilisten oder zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden können. Dass Atomwaffen illegal sind, weil sie unnötiges Leid verursachen; der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Oder über den Non Proliferation Treaty, der besagt, dass Länder ihre Atomwaffen nicht mit anderen Ländern teilen dürfen, was hier in Büchel ganz klar geschieht.

Ich kann noch mehr Gesetze und Verträge nennen, aber am Ende sind die Zäune wichtiger als Menschenleben. Dass Sie uns bitten, hierher zu kommen, obwohl eine Pandemie im Gange ist, ist auch ein Beweis dafür.

Ich kann über den Schaden sprechen, der den Menschen und der Umwelt durch den Uranabbau zugefügt wird, oder über die Familien, mit denen ich in Kansas City in den USA gesprochen habe, die Angehörige durch Krebs verloren haben, die an der Herstellung von Atomwaffen arbeiteten. Oder ich könnte den Geldbetrag erwähnen, der für diese Waffen (und die Zäune!) ausgegeben wird, die neuen B61-Bomben sind teurer als ihr Gewicht in Gold! die für das Gesundheits- und Bildungswesen verwendet werden könnten.

Sie werden mir sagen, dass Sie Verständnis dafür haben, aber dass dies nicht der richtige Weg ist. Dass der Zaun heilig ist und nicht angerührt werden darf. Es gibt andere Wege, die Atomwaffen loszuwerden. Aber welche sind das? Wir haben alles versucht, wie mein Freund Chris erklären wird. Ich wünschte, ich könnte andere Dinge tun, aber ich weiß nicht, was die Machthaber zum Zuhören bewegen wird. Es scheint an der Zeit, die von uns gewünschten Veränderungen selbst vorzunehmen. Den Zaun zu durchschneiden ist der erste Schritt.

Ich habe Berufung eingelegt, weil ich mich gegen Atomwaffen aussprechen möchte. Nicht, weil ich nicht schuldig bin. Ich habe getan, was mir vorgeworfen wurde, und bin stolz darauf und wünschte, ich hätte mich mehr gewagt oder könnte mehr tun. Und ich wünschte, Sie alle würden mehr tun.

Ich habe nicht viel Vertrauen in das Gesetz, aber ich habe Hoffnung. Und ich glaube, dass es gut ist, Gesetze zu haben. Deshalb bin ich trotz all des Corona-Wahnsinns hierher gekommen, damit Sie meine Handlungen beurteilen können. Wenn Sie wirklich glauben, dass die Zäune wichtiger sind als Menschenleben, sollten Sie mich bestrafen, und ich werde ohne Widerstand ins Gefängnis gehen. Aber ich habe die Hoffnung, dass diese kleinen Aktionen von uns Samen für die Zukunft pflanzen, dass sie die Aufmerksamkeit auf diese Massenvernichtungswaffen lenken und sie auf der Tagesordnung der Politiker halten.

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